Mittwoch, 31. August 2011

Reden. Worüber? Über alles.

Ich habe ihn angeschaut und er wusste, dass ich reden wollte. Mit einem Blick, ganz ohne Worte. Wir haben uns langsam etwas von den Anderen entfernt und uns schließlich auf eine etwas abseits gelegene  Bordsteinkante gesetzt. Es war schon ziemlich dunkel, so erkannten wir uns bloß schemenhaft.
Musik und Gelächter wehten zu uns herüber. Er sah mich wieder an, ich senkte den Kopf. "Weißt du, mein Leben zerbricht zwischen meinen Händen." begann ich.
"Ich habe seit einiger Zeit ein Problem. Mehrere Probleme..." Als er mich so ansah, besogt, verständnisvoll, zog ich langsam meinen Ärmel hoch und legte meinen nun nackten Arm auf sein Knie. Sanft nahm ich seine Hand und ließ seine Finger über die Narben gleiten. Er sog einmal scharf Luft ein, als er sie spürte.
"Warum?" fragte er nur. Ich nickte. Ich hatte diese Frage erwartet. Eigentlich hatte ich mir geschworen es niemandem zu sagen, aber immerhin war er mein bester Freund. Er würde mich unterstützen und mich verstehen. Sich Sorgen, aber mich niemals drängen.
Ich legte meine Hände wieder in meinen Schoß und begann nervös mit meinen Fingern zu spielen.
"Ich weiß nicht genau." gab ich zu. "Es befreit mich für eine Weile, solange es blutet, von meinen Problemen. Ich fühle mich so schrecklich fett und ekelhaft. Und ich versuche stark zu sein damit niemand merkt wie verletztlich ich bin. Bei mir zu Hause ist alles so... . Der dauernde Streit. Der Blick in den Spiegel, der mich so anwidert. Ich habe so viel versucht um dünner zu werden und jetzt habe ich endlich eine Methode gefunden die anzuschlagen scheint." Ich versuchte mich an einem zaghaften Lächeln, während er mir noch immer zuhörte.
"Ich esse einfach nicht. Und in der Schule tue ich einfach so, als würden mich die Worte der Anderen nicht verletzten. Ich weiß ja, dass sie nur Spaß machen. Wenn sie lachen und sagen ich sei zu fett, weiß ich dass sie das nicht ernst meinen. Jedenfalls nicht richtig. Denn in jedem Scherz steckt ein bisschen Wahrheit. Und wenn sie soetwas sagen, dann verdrehe ich die Augen, lache, grinse und wenn ich in Kämpferstimmung bin, zeige ich ihnen den Mittelfinger, damit niemand merkt wie sehr mich das verletzt."
Inzwischen hatte er den Arm um mich gelegt und mich an sich gezogen. Ich schlug die Hand vor den Mund als ich spürte wie ich zu weinen begann.
"Wenn ich dann wieder zu Hause bin, erinnere ich mich an ihre Worte und das Lachen. Daran wie verletztend es war. Und dann sehe ich mich im Spiegel und mir wird schlecht. Also fresse ich trotzdem, beuge mich dann über die Toilette und kotze, nur um am nächsten Tag zu hören wie fett ich doch bin."
Schluchzend lehnte ich mich an ihn. "Mein Leben ist nichts wert."
Als ich geendet hatte, hielt er meinen zitternden Körper fest im Arm und strich mir übers Haar. Über uns explodierte ein Feuerwerk, man hörte die Menschen jubeln.
"Von jetzt an, kämpfen wir zusammen, versprochen." flüsterte er. Wie gut mir seine Worte taten und wie sehr ich ihm glaubte. Er war mein bester Freund. Ich hatte ihm das alles erzählt und er hatte zugehört. Er verstand mich, er war für mich da. Ich war nicht mehr allein...

-Ich schlug meine Augen auf. Ein Traum. Es war ein Traum. Kein bester Freund, der mich in seinen Armen hielt, kein Feuerwerk. Nein, da waren nur ich, die Dunkelheit und die Einsamkeit. Klar, wäre ja auch eine absurde Idee gewesen das Alles, meine fast komplette Geschichte, jemandem zu erzählen. Nein, mein 'bester Freund' würde das nicht verstehen, nicht zuhören, nicht mit mir kämpfen und ich würde ihm nie erzählen, was ich fühlte. Ich war eine Einzelkämpferin. War immer so, wird immer so sein. Allein.

...aber wie gerne würde ich reden!?



Montag, 29. August 2011

Das soll Stolz sein?

Nein, da war nichts von Stolz oder Würde, als ich über der Kloschüssel hing. Kein Funken Hoffnung als ich mich mit aller Kraft an dessen Rand klammerte sodass meine Fingerknöchel weiß hervortraten.
Weißt du wie es ist das Essen noch einmal zu sehen? Ich habe die Musik aufgedreht damit niemand mein weinen hört, weil es so wehtut.
Da war nichts mehr von der Begierde mit der ich alles in mich hineingestopft habe. Ich habe den Kühlschrank geöffnet und mir nichts dabei gedacht, wie ich Löffel um Löffel in meinen Mund gesteckt habe. Es schmeckte mir nicht einmal, nein ich fand es widerlich und trotzdem habe ich es gefressen, als wäre ich am Verhungern. Löffel um Löffel. Ich habe gespürt wie mein Bauch sich wölbte und bin wieder zum Kühlschrank gegangen. Eine neue Portion Fett um die Leere in mir zu füllen. Eine neue Portion Fett um das fehlende Stück 'etwas' zu ersetzen. Und dann ist mir klargeworden, dass ich das Essen nicht würde behalten können.
Ich habe das Gesicht angewidert verzogen, wohlwissend das ich danach kotzen musste und habe weiter gegessen. Löffel um Löffel.
Als ich fertig war, mein Bauch rund wie ein Luftballon, habe ich mir einen Schluck Olivenöl geholt, ihn geschluckt und mich mit letzter Kraft über das Porzellan gebeugt.
Nein, wenn man kotz, dann ist da nichts an Stolz. Bloß ein kleines, unsicheres, gebrochenes Mädchen.
Das hat nichts mit der Würde oder der Schönheit die man erlangen möchte zu tun. Im Moment in dem man sich entscheidet es zu tun, verschwindet die Sicherheit. In diesem Moment wird einem klar, dass man versagt. Immer und immer wieder. In diesem Moment in dem man halb verdaute Essensreste im trüben Wasser sieht, in dem sich auch sein eigenes Gesicht spiegelt, hasst man sich für diese gedankenlose Völlerrei. Einem wird klar, das man nur so wenig wert ist, wie der Dreck vor seiner eigenen Nase.

Sonntag, 28. August 2011

Tanzen

Ich habe mir gerade überlegt, das ich anfangen will zu tanzen. Am liebsten Ballett, aber ich bin schon zu alt um anzufangen, oder? Ich würde so gerne tanzen bis meine Schuhe kaputt sind und mein Körper vor Erschöpfung zittert. Ich liebe das Tanzen also warum nicht?
Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, fehlt dazu einiges. Die Körperbeherrschung, die Anmut und das Geld. Die Zeit, das richtige Gewicht und alles, was sonst noch dazu gehört. Ich könnte nie richtig gut sein. Also warum es versuchen?
Nein, die Frage ist: Warum nicht?

Innerer Konflikt mit leichten, äußeren Einwirkungen

WAS soll ich tun? Sagt es mir, denn ich weiß es echt nicht.
Wenn es nach meinem Umfeld ginge, müsste ich Ana aufgeben, wenn es nach mir ginge, müsste ich ein Lügenkünstler werden. Denn mein Umfeld würde Ana nicht verstehen.
Meine Freundin, die ich seit dem Kindergarten kenne und die für mich wie eine Schwester ist, hat zu viel durchgemacht. Sie hasst Essstörungen und hat allen Grund dazu. Ihre Verwandte, wäre beinahe gestorben deswegen. Und sie selbst hat das zu früh erfahren, hat zu früh zu viel gesehen. Sie viel über Essstörungen gelernt. Auch wie man sie erkennt. Sie weiß so viel, vermutlich weiß sie besser Bescheid als ich. Wenn sie das mit mir erfahren würde, würde sie kaputt gehen, das weiß ich. Und es wäre meine Schuld.
Meine Mutter hat gesagt sie steckt mich sofort in eine Klinik wenn sie bei mir Anzeichen von Magersucht erkennen würde und sie meint das ernst das weiß ich.
Ich weiß nicht was ich tun soll. Einfach Ana gehen lassen und viel Sport machen- eine Gesunde aber normale Ernährung!? Kann ich dann trotzdem fliegen? Kann ich dann trotzdem ein Engel werden- dünn und zierlich? Kann ich das schaffen, oder werde ich versagen? Was soll ich tun? Sagt ihr es mir, denn ich kann nicht sehen, was richtig ist und was falsch.

Mittwoch, 24. August 2011

Lost inside

I couldn't tell you why she felt that way,
She felt it everyday.
But I couldn't help her
I just watched her make the same mistakes again.
What's wrong, what's wrong now?
Too many, too many problems.
Don't know where she belongs, where she belongs.
She wants to go home, but nobody's home.
It's where she lies, broken inside.
There's no place to go, no place to go
to dry her eyes.
Broken inside.
Open your eyes and look outside, find the reasons why.
You've been rejected, and now you can't find what you've left behind.
Be strong, be strong now.
Too many, too many problems.
Don't know where she belongs, where she belongs.
She wants to go home, but nobody's home.
It's where she lies, broken inside.
There's no place to go, no place to go
to dry her eyes.
Broken inside.
Her feelings she hides.
Her dreams she can't find.
She's losing her mind.
She's fallen behind.
She can't find her place.
She's losing her faith.
She's fallen from grace.
She's all over the place yeah
She wants to go home, but nobody's home.
It's where she lies,
broken inside.
There's no place to go, no place to go
to dry her eyes.
Broken inside.
She's lost inside, lost inside...oh oh yeah
She's lost inside, lost inside...oh oh yeah

Alles zerbricht. Es zerfällt zwischen meinen Händen einfach alles zu Schutt und Asche. So viele Probleme häufen sich direkt vor mir, auf mir lastet so viel Verantwortung und sie merken es nicht einmal. Ich ersticke an diesem Berg an Schmutz der auf meiner Brust liegt. Und mit wem könnte ich auch reden? Meine beste Freundin ist eines dieser abgefuckten Probleme. Ich war ihr ja eine solch schlechte Freundin. Ja, tut mir leid. Es tut mir so leid, dass ich gerade so viel mit der ganzen Scheiße zu tun hab, dass ich mich nicht auch noch um dich kümmern konnte. Es tut mir so leid, dass ich versucht habe mich zu zerbrechen um trotzdem bei dir sein zu können. Ich habe immer versucht dir zuzuhören, ehrlich und aufmerksam obwohl mein Kopf an Sorgen zu platzen drohte. Ich habe immer versucht für dich eine Lösung zu finden, obwohl ich nichtmal für mich eine einzige finden konnte. Es tut mir so leid, dass ich versagt habe.
Mein Zahnspangentermin wurde verschoben. Dafür habe ich Jared Leto gesehen. Der Kerl ist Sex auf zwei Beinen. Ihr habt ja keine Ahnung wie sehr ich das genossen habe. Ihn zu sehen, zu hören, mich nicht allein zu fühlen. Wenigstens für einen Moment einer großen Masse anzugehören. Untergehn und trotzdem ganz besonders sein. Es war so genial und schreit so laut nach wiederhohlung, dass ich heulen könnte.
Okay also ich werde mich jetzt wieder meinen Problemen gegenüberstellen. Zum Glück sind es nur PRObleme, denn wenn ich sie nicht bewältigen könnte, würden sie ja CONRTAbleme heißen.
Bleibt stark, okay? Seid was ich nicht sein kann.

Dienstag, 16. August 2011

Back to where I start

Morgen werden die 5. Klässler eingeschult. Ich bin Patin einer 5. geworden, yippie, und deshalb darf ich morgen dabei sein. Ich werde die ''Kleinen'' so gut ich kann unterstützen und ihnen helfen. Vielleicht will ich das so sehr, weil wir das damals nicht hatten. Unsere Paten haben wir einmal gesehen und dann nie wieder. Das will ich mit meiner Gruppe zusammen, anders machen.
Ich bin schon ganz aufgeregt! Ich denke, ich werde eine Menge Spaß haben mit den ''süßen'', kleinen Dingern. Obwohl... 5. Klässler sind ziemliche Biester. Ich frage mich, ob wir wohl auch so waren.
Nein- bestimmt nicht. WIR doch nicht! :)
Ich weiß noch wie ich in die 5. gekommen bin und wie furchtbar nervös ich war.
Ich muss gestehen, ich bin ganz schön aufgeregt wegen morgen. Ich hoffe das alles ziemlich perfekt laufen wird.
Hab ich schon erwähnt, dass ich aufgeregt bin?

Sehen und (über-)sehen werden

Hey ihr Lieben Stalker, Blogleser, Fremde und Freunde,
mal wieder ein neuer Blogeintrag über mein tägliches Leben. An dieser Stelle, möchte ich euch darauf hinweise, dass alle Texte (wenn nicht weiter gekennzeichent) von mir stammen. Ich freue mich falls sie euch gefallen und ihr sie fleißig mit Kommentaren überhäuft. Ich habe wirklich ganz viel Mühe und Gefühle in jedes dieser Worte gelegt, ich hoffe ihr seid gnädig mit mir. :)
Bleibt stark, haltet durch und genießt die kleinen Momente im Leben, eure Annie.

Heute hat sie meine Narben gesehen und die frischen Schnitte. Sie hat mich angeschaut, stumm darauf gedeutet und den Kopf schief gelegt. Nur einmal habe ich nicht aufgepasst und den Ärmel hochgeschoben. Verdammt, hätte ich es nur nicht getan. Da unsere Lehrerin ein Gehör wie sonstwas hat, habe ich nur schweigend die Schultern gezuckt, sie angelächelt und meinen Ärmel wieder runtergeschoben. Sonst hat es niemand bemerkt. Ich werde mir für morgen eine Erklärung ausdenken, wie ich zu den Schnitten gekommen bin, werde sie beruhigen und ihr versichern, dass es nicht so ist wie es aussieht.
Ansonsten verlief der Tag ganz gut. Ich habe mir für die Schule nur ein paar Tomaten mitgenomen und den Unterricht ziemlich gut überstanden. Nur hier zu Hause, fühle ich mich nicht richtig wohl. Meine Mutter ist nur am stören, mich anschreien und neue Dinge finden, die ich falsch mache. Und trotzdem scheint sie mich nie richtig zu sehen. Sie merkt nicht wie es mir geht, oder es ist ihr egal. Sie bekommt aus meinen Leben nichts mit und wundert sich dann, wenn ich sie irgendwann ausschließe. Ich meine, ich denke ich komme mit Kritik ganz gut klar, aber diese jeden Tag zu ertragen ist für mich zu viel. Jeden Tag für Dinge veratnwortlich gemacht zu werden, jeden Tag gesagt bekommen, was ich falsch mache und wenn ich etwas richtig mache, ist es auch falsch. Jeden Tag hören, wie schlecht ich bin, wie wertlos. Ich muss akzeptieren was sie sagt. Ich muss akzeptieren, dass ich es ihr nie rechtmachen kann. Ich muss es akzeptieren und einfach still hinnehmen, nicken und sagen das ich mich bessern werde. Wann kann ich endlich raus hier? Irgendwo hin, wo ich mal etwas richtig mache. Irgendwohin, wo ich für jemanden die ganze Welt bedeute und wichtig bin. Wo ich nicht übersehen werde.

Sonntag, 14. August 2011

Irgendwo zwischen Träumen und Wirklichkeit

Ich ziehe den Ärmel hoch um mich zu vergewissern, dass die feinen, roten Linien wirklich da sind.
Ich sehe sie an und kann mir nicht vorstellen, dass ich das getan haben soll.
Vollkommen unmöglich. Aufregung durchströmt mich. Doch, ich habe es getan. Das Blut ist wirklich da und die Schnitte auch. Es ist Wirklich.
Ich hätte nie gedacht das ich dazu in der Lage bin.

Be there

Was glaubst du, wie viel Leid kann ein Mensch ertragen, bevor er sich wünscht, dass sein Leben endet?
Wie viele Jahre wird es dauern um über den Verlust eines geliebten Menschen hinweg zu kommen? Ewig?
Wie lange wird es dauern um weitermachen zu können?
Wie lang ist eine Sekunde, wenn man unter Schock steht? Wenn man sich fallen sieht?
Was glaubst du, musst du tun, um das Leben eines Menschen zu zerstören? Glaub mir, manchmal reicht ein Wort.
Hast du schonmal das Gefühl gehabt den Abgrund nur um Millimeter zu verfehlen? Oder hineinzustürzen, in eine tiefe Dunkelheit?
Was denkst du, wie es ist in leere Augen zu schauen? Wie es ist zu wissen, dass man nicht helfen kann?
Das Gefühl nicht rechtzeitig da zu sein verfolgt uns. Uns alle.

-Leben. Manche sagen es, als wäre es selbstverständlich.-

Die ewige Suche

Ich suche nach Lippen, die ich zur Gute Nacht küssen kann.
Ich suche nach Armen, bei denen ich Trost finde.
Ich suche nach Augen, in denen ich mich verlieren kann.

Robots

Maggot nannte sie Roboter, weil sie alle am Morgen aufstehen und dieselben Dinge zum Frühstück essen, dann aus dem Haus gehen und Tag für Tag dieselbe Arbeit machen, dann nach Hause kommen und dieselben Dinge zum Abend essen und sich schlafen legen. Warum machte das denen nichts aus? Oder vielleicht war die Frage auch: Warum machte es uns was aus?
-Asphalt Tribe

Dienstag, 9. August 2011

Zu viele Fragezeichen

Es sind zu viele Fragezeichen und es werden immer mehr.
Ich habe beschlossen, hier auf meinem Blog nicht nur über ProAna zu schreiben, sondern über alles. Alles, was mich beschäftigt. Hier kann ich ganz ehrlich schreiben, was ich denke.
Als mal tief Luft holen und mir selbst eine Frage stellen.
Was will ich?
Das frage ich mich die ganze Zeit. Ich meine, es ist zu spät. Die Stimme in meinem Kopf ist längst zu laut geworden um sie zu übertönen. Sie murmelt Dinge, wenn ich esse. Sie richtet ihre Worte direkt an mich. Sie ist wie ein Spiegel, den ich überall dabei habe. Sie macht mir Vorwürfe. Früher dachte ich, soetwas gäbe es nicht, aber jetzt weiß ich es besser. Sie ist überall. Lacht mich aus.
Ich frage mich, was ich will. Will ich verschwinden? In der Masse untergehn? Einfach vor allen Augen unsichtbar werden? Ja.
Will ich gesehen werden? Endlich gehört werden? Nicht mehr übersehen werden? Ja.
Will ich mich endlich selbst schön fühlen? Ja.
Will ich für andere schön sein? Ja.
Ich werde schon noch sehen, was passiert. Es ist ein Abenteuer. Wie mit weit geöffneten Augen durch einen stockdunklen Tunnel. Man ist neugierig und will wissen wohin es geht, man versucht etwas zu sehen, doch es ist einfach zu dunkel. Man wird erst am Ende sehen wo man ist.
Uhh, aufregend...

...das rede ich mir zumindest ein.

Montag, 8. August 2011

Get drunk and fuck and fight

Es fühlt sich in letzter Zeit an, wie ein innerer Kampf. Die Frage, wer ich sein kann, sein will.
Ich will Veränderung und habe Angst davor. Ich bin zu laut, bin zu leise, finde einfach kein Maß.
Mein unerschütterlicher Optimismus wankt. Ich habe immer alles positiv gesehen. Habe in allem stets das Gute gesehen, immer einen Weg. Und jetzt? Jetzt zweifle ich. Ich sehe meine Zukunft, mein rosarotes Traumschloss, in weite Ferne rücken sehe, wie es zerfällt. Stück für Stück zerbrechen meine Träume. Ich versuche es zu schaffen. Ich versuche das Positive zu sehen in dieser Dunkelheit. Ich verrsuche nicht zu weinen. Ich versuche die Entertainerin zu bleiben, die immer alle zum Lachen bringt. Aber wie kann ich alle zum Lachen bringen, wenn ich nicht mal selbst lachen kann? Wenn ich kaum die Kraft habe für mich selbst zu sorgen, wie soll ich meine Kraft mit allen teilen wie ich es früher immer versucht habe?
Ich fühle mich leer, ich fühle mich zu voll. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nichts mehr.
Ich habe eine Veränderung dringend gebraucht, also bin ich heute zum Friseur gegangen. Ich hatte lange Haare. Wirklich lange Haare. Und ich habe mit meinen Haaren immer eine Hass-Liebe geführt. Ich fühle mich besser, jetzt wo sie mir gerade bis zum Kinn reichen. Ich fühle mich ein kleines Stück freier.
Ich kämpfe. Ich kämpfe mir den Weg zum Himmel frei und wenn ich mich dabei selbst verliere, und wenn ich mich dabei finde- wenn ich oben bin, werde ich wissen. Einfach weiter wissen.

Freitag, 5. August 2011

Igitt

Eine blassgelbe Flüssigkeit, die harmlos aussieht, aber wenn ich sie trinke verbrutzelt sie mir den Mund und verätzt alles. Ingwer-Zitronentee. Ich hasse es wirklich. Ich finde ihn furchtbar. Würg.
Wenn es nach mir ginge, würde ich ihn den ganzen Tag trinken. Nein, ehrlich. Der ist gut für den Körper.
Hab ich zumindest mal gehört.
Der hat furchtbar viele Vitamine, Mineralien, ist gut für den Magendarmtrakt, regt den Stoffwechsel an, ... usw.
Ist eine Geschmacksfrage. Es gibt Menschen, die mögen den echt gerne.
Ich gehöre definitiv nicht dazu.

Raupe Nimmersatt.

Ich bin echt enttäuscht von mir selbst, ekle mich. Ich habe in den Tagen, in denen ich nicht zu Hause war, einfach zu viel gegessen. Verdammt. Heute wäre ein Tag gewesen, an dem ich hätte fasten können. Ich habe das Frühstück 'verschlafen', hatte auch keinen hunger und dachte ich würde das durchhalten. Ich habe mir geschworen allerfrühstens zu essen, wenn mein Magen laut knurren würde.
Es war kein hunger, der mich zum Essen trieb. Es war meine eigene, verdammte Schwäche. Appettit.
Warum habe ich mich nicht einfach zusammengerissen?
Ich bin Raupe Nimmersatt & wenn ich so weiter machen, werde ich nie ein Schmetterling.
Allerdings hatte ich meinen Kumpel neben mir sitzten, der essen kann wie sonstwas. ER wird nicht fett davon. Und ich habe mir immer eine kleine Portion auf den Teller getan und ihm dann trotzdem noch die Hälfte auf den Teller geschoben, wenn niemand es gesehen hat. Das funktioniert echt gut.
Trotzdem nicht gut genug...

Mittwoch, 3. August 2011

Noch ein paar Wochen

Mir ist gerade aufgefallen, dass am 24.o8.11 (also in ein paar Wochen), meine feste Zahnspange bekomme.
Im ersten Moment dachte ich: verdammt, ich will keine Zahnspange. Wie sehe ich denn dann aus? Wie ein Horror-Teletubby!
Aber dann ist mir aufgefallen, dass ich dann ja ungefähr zwei Tage nur flüssig Nahrung zu mir nehmen kann.
Flüssig Nahrung = wenig Nahrung.
Haha, ein Grund mich auf die Klammer zu freuen.

Noch ein paar Wochen... :D

Wir haben ja einen See!

Oh mann, ich habe heute herausgefunden, dass wir hier, wo ich wohne, einen See haben! Einen ganz kleinen, aber der Weg dahin ist perfekt um spazieren zu gehen und zu joggen.
Also bin ich da heute Nachmittag einfach mal hingelaufen, hab mich dahingesetzt und das Wasser angeschaut.
Spazieren gehen lohnt sich echt. Ich könnte das sogar ganz gerne haben. So entgeht man dem fragenden Blick der Mutter wenn man Essen ablehnt, man entgeht dem Kühlschrank und man bewegt sich.
Ich glaube ich gehe jetzt öfter an den See.
Es ist aber auch wirklich verdammt schön da. Neben dem See ist ein Feld, wenn die Sonne auf das Korn scheint, leuchtet es richtig. Das nächste mal bleibe ich länger da.


Morgens:
-1 Scheibe Sonnenblumenkernbrot ?
-1 kleinen Naturjoghurt ?
-1 Glas Milch (1,5 %) 92 kcal

Mittag:
-1 Glas Milch (1,5 %) 92 kcal

Abends:
-1oog Naturjoghurt mit 25g Haferflocken 145 kcal
_____________

  =   329 kcal

Also 329 kcal, ganz viel Eiswasser & zwei Tassen grünen Tee. Bin zufrieden.

Dienstag, 2. August 2011

Mit meinen Augen

Ich weiß wie kaputte Menschen aussehen. Ich weiß es.
Ich habe sie gesehen, kaputte Menschen. Ich habe viele, verschiedene kaputte Menschen gesehen.
Ich habe ein Mädchen gesehen, wie sie dasitzt. Eine Flasche in der Hand, tiefe, sehr tiefe Narben auf ihrer Haut. Buchstaben, Linien, Sätze, die sich über ihre Haut ziehen. Und auch wenn sie manchmal lacht, laut lacht, frei lacht, weiß ich, es wird nicht wieder gut.
Ich habe einen Jungen gesehen, die Unterarme auf die Knie gestützt, den Kopf gesenkt sodass ihm die langen Haare ins Gesicht fallen. Es sieht aus, als würde er schlafen, aber in Wirklichkeit schaut er auf den Boden. Minuten, Stunden, Tage.
Ich habe ein junges Mädchen gesehen. Eine, die gerne lacht, die gerne albern ist. Ein wunderschönes Mädchen. Die Narben auf ihrer Haut sind schon verblasst. Bloß eine Jugendsünde. Sie ist anständig. Doch auch sie ist irgendwie kaputt. Ich kenne sie sehr gut. Sie unterscheidet sich von anderen, denn sie hat zu viel gesehen. Mehr als ich vielleicht. Sie sieht ihre Schwester sterben, direkt vor ihren Augen verschwinden. Und ich weiß, wenn ihre Schwester stirbt, lacht sie nicht mehr. Nein, wenn ihre Schwester stirbt, dann wird sie mit ihre gehen. Das ist, was ich gesehen habe. Ich sehe das und kann nicht helfen.
Ich weiß wie kaputte Menschen aussehen. Ich weiß, wie sich das anfühlt.
Warum hat mich das nicht abgeschreckt? Das hätte es doch tun sollen, oder nicht? Hätte mir eine Warnung sein sollen, oder? Tja, ich bin mittendrin und irgendwie froh darüber.

Die Idee vom Fliegen

Okay also.. wie kam ich zu Ana?
Es war mein Körper, der sich weigerte zart auszusehen, es waren die scherzhaften Worte anderer, die mir die furchtbare (fette) Realität vor Augen führten, es war ein Thinsop Video auf YouTube, dass das Fass zum überlaufen brachte.
Ich habe oft geweint, weil ich mein Spiegelbild nicht ertragen konnte. Das kann ich immer noch nicht. Ich habe geweint, weil ich keine Kontrolle über mein Leben hatte, weil ich nicht über meinen Körper bestimmen konnte. Als ich Thinspo Videos gesehen habe, schien ich nicht mehr so allein zu sein. Als ich ProAna Seiten gelesen habe, schien die Last erträglicher zu werden.
Ich habe es ausprobiert & ja, ich will es. Ich will es so sehr. Ich will es mehr als essen. Ich will leicht sein, zart. Ich will Flügel auf meinem Rücken, ich will fliegen.
Das war der Anfang und jetzt bin ich mitten drin. Zu spät um umzukehren. Danke Ana, für deine Hilfe.

Stay Strong.